Erst die freudige Nachricht, dann der Sturm: Jens Spahn (46) und sein Ehemann Daniel Funke (44) sind Eltern geworden – ihr Sohn Georg kam per Leihmutterschaft in den USA zur Welt. Nur drei Tage nach der Bekanntgabe kostete die Debatte um genau diese Entscheidung den CDU-Politiker den Vorsitz der Unionsfraktion. Wie alt ist Spahn, was steckt hinter dem Namen Georg – und warum ist eine Leihmutter in Deutschland so heikel? Der Überblick.
Was ist passiert?
Spahn machte die Geburt am Mittwoch, dem 15. Juli 2026, gegenüber der „Bild“ öffentlich. „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm. Georg ist unser ganzes Glück“, sagte er dem Blatt. Der Junge wurde in den USA von einer Leihmutter ausgetragen.
Zunächst überwogen die Glückwünsche – für ein Paar, das seit 2017 verheiratet ist. Doch dabei blieb es nicht. Denn ausgerechnet der Weg zum Kind, die Leihmutterschaft, ist in Deutschland ein politisch heikles Thema.
Wie alt ist Jens Spahn – und wer ist Daniel Funke?
Jens Spahn ist 46 Jahre alt. Der Münsterländer zählt seit über zwei Jahrzehnten zu den bekanntesten Gesichtern der CDU: Von 2018 bis 2021 war er Bundesgesundheitsminister – und damit in der Corona-Zeit einer der meistdiskutierten Politiker des Landes. Zuletzt führte er als Vorsitzender die CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sein Ehemann Daniel Funke, 44, arbeitet als Journalist und Medienmanager und hält sich politisch meist im Hintergrund. Geheiratet haben die beiden 2017, kurz nach Einführung der „Ehe für alle“.
| Fakten im Überblick | |
|---|---|
| Jens Spahn | 46 Jahre, CDU, Ex-Gesundheitsminister |
| Bis Juli 2026 | Vorsitzender der Unionsfraktion |
| Ehemann | Daniel Funke, 44, verheiratet seit 2017 |
| Kind | Sohn Georg, per Leihmutter in den USA |
| Bekanntgabe | Mittwoch, 15. Juli 2026 („Bild“) |
| Rücktritt | Samstag, 18. Juli 2026 |
Der Name Georg – eine Hommage
Der Vorname ist kein Zufall. Georg heißt der Sohn nach Spahns Vater Georg Spahn, der im April 2024 mit 77 Jahren gestorben war. Ein persönliches, stilles Detail – und einer der wenigen Momente, in denen das Paar überhaupt Einblick in seine Beweggründe gab.
Leihmutterschaft: Was in Deutschland gilt
In Deutschland ist die Leihmutterschaft verboten. Das Embryonenschutzgesetz und das Adoptionsvermittlungsgesetz stellen es unter Strafe, eine solche Schwangerschaft medizinisch durchzuführen oder zu vermitteln. Entscheidend ist aber, wen das Gesetz bestraft: nicht die Wunscheltern und nicht die austragende Frau, sondern Ärztinnen, Ärzte und Vermittler. Wer im Ausland ein Kind bekommt, etwa in einzelnen US-Bundesstaaten, wo Leihmutterschaft legal und geregelt ist, macht sich als Elternteil in Deutschland also nicht strafbar. Genau in dieser Lücke bewegen sich Paare wie Spahn und Funke, wie unter anderem ZDFheute in einer rechtlichen Einordnung darlegt.
Für die Befürworter ist dieser Weg ein legitimer Ausweg für Menschen, die sich sonst keinen Kinderwunsch erfüllen könnten. Für die Gegner bleibt er hochproblematisch – aus Sorge um die Rechte und die Selbstbestimmung der Frauen, die ein Kind austragen.
Der Vorwurf der Doppelmoral
Schnell stand ein Vorwurf im Raum: Doppelmoral. Die CDU lehnte auf ihrem Parteitag im Februar 2026 eine Legalisierung der Leihmutterschaft ab – zu einem Zeitpunkt, als die Leihmutter Berichten zufolge bereits schwanger war. Dass ausgerechnet der Fraktionschef privat diesen Weg wählte, während seine Partei die Legalisierung ablehnt, empfanden viele als schwer vermittelbar.
Spahn räumte später ein, er hätte das Thema früher offenlegen sollen; beim Parteitag sei er dazu noch nicht bereit gewesen. Er ist nicht der erste prominente CDU-Politiker in dieser Lage: Auch der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck war zuvor über eine Leihmutter Vater geworden.
Drei Tage später: der Rücktritt
Was als private Freude begann, wurde rasch zur Machtfrage. Aus der Union kamen Rücktrittsforderungen; aus der Landes-CDU hieß es, Spahn sei als Fraktionschef „nicht mehr haltbar“. Bundeskanzler Friedrich Merz nannte den Rücktritt laut Tagesspiegel „unvermeidlich“.
Am Samstag, dem 18. Juli 2026, zog Spahn die Konsequenz und trat als Vorsitzender der Unionsfraktion zurück. Zur Begründung sagte er sinngemäß, der Spagat zwischen der privaten Entscheidung für ein Kind per Leihmutter und den Erwartungen an ihn als Fraktionsvorsitzenden sei größer geworden, als er erwartet habe. Die Geschäfte führt vorerst der erste stellvertretende Vorsitzende Alexander Hoffmann; über die Nachfolge will die Union in einer Sondersitzung am 29. Juli entscheiden. Im Gespräch sind unter anderem Thorsten Frei, Carsten Linnemann und Alexander Dobrindt.
So schnell kann ein freudiger Anlass die Politik erschüttern. Für die Familie bleibt Georg das ganze Glück; für die Union beginnt am 29. Juli die Suche nach einer neuen Spitze. Dass die Privatentscheidungen von Politikern längst öffentlich verhandelt werden, zeigt sich immer wieder – von den Familienwurzeln prominenter Abgeordneter bis zu Alltagsgeschichten rund um Karl Lauterbach und seine Familie.