Christopher Nolan hat sich eines der ältesten Abenteuer der Weltliteratur vorgenommen — und daraus den vielleicht größten Kinomoment dieses Sommers gemacht. Seit dem 16. Juli 2026 läuft „Die Odyssee“ in den deutschen Kinos. Matt Damon spielt Odysseus, um ihn herum ein Ensemble aus Weltstars, das Budget liegt bei rund 250 Millionen Dollar, und gedreht wurde der Film komplett mit IMAX-Kameras. Hier lesen Sie, worum es geht, wer mitspielt und was den Film so besonders macht.
Worum es in „Die Odyssee“ geht
Die Vorlage ist fast 2.700 Jahre alt. Homers Versepos erzählt, wie der Königsheld Odysseus nach dem Trojanischen Krieg zehn Jahre lang über das Meer irrt, bis er endlich seine Heimat Ithaka wiedersieht. Nolan bleibt dieser Reise treu, erzählt sie aber in seiner typisch verschachtelten Erzählweise: mehrere Zeitebenen, die er nach und nach zusammenführt.
Auf der einen Seite steht die Irrfahrt selbst — der Zyklop Polyphem, die Zauberin Kirke, der Abstieg in die Unterwelt, der Gesang der Sirenen, die Meeresungeheuer Skylla und Charybdis. Auf der anderen Seite wartet in Ithaka seine Frau Penelope, umringt von dreisten Freiern, die den totgeglaubten König längst ersetzen wollen. Dazwischen: Telemachos, der Sohn, der ohne Vater erwachsen geworden ist und nun selbst handeln muss. Am Ende kehrt Odysseus zurück, gibt sich zu erkennen und räumt in seinem eigenen Haus auf.
Die Besetzung: Wer spielt wen
Selten hat ein Regisseur so viel Prominenz in einen einzigen Film gepackt. Matt Damon übernimmt die Hauptrolle des Odysseus, an seiner Seite spielt Anne Hathaway die treue Penelope. Tom Holland, den die meisten als Spider-Man kennen, ist der Sohn Telemachos. Und Zendaya gibt die Göttin Athene, Odysseus’ mächtigste Verbündete im Olymp.
| Schauspieler:in | Rolle |
|---|---|
| Matt Damon | Odysseus, König von Ithaka |
| Anne Hathaway | Penelope, seine Frau |
| Tom Holland | Telemachos, der Sohn |
| Zendaya | Athene, Göttin der Weisheit |
| Charlize Theron | Kalypso, die Nymphe |
| Samantha Morton | Kirke, die Zauberin |
| Robert Pattinson | Antinoos, Anführer der Freier |
| Lupita Nyong’o | Helena von Troja / Klytämnestra |
| Jon Bernthal | Menelaos, König von Sparta |
| Benny Safdie | Agamemnon, Feldherr der Griechen |
Wer genau hinschaut, entdeckt in fast jeder Rolle ein bekanntes Gesicht. Charlize Theron ist die Nymphe Kalypso, die Odysseus jahrelang auf ihrer Insel festhält, Samantha Morton die Zauberin Kirke, und Robert Pattinson führt als Antinoos die Schar der Freier an, die Penelope bedrängen. Selbst Nebenfiguren wie der Spartaner-König Menelaos oder der Heerführer Agamemnon sind mit Jon Bernthal und Benny Safdie prominent besetzt.
Komplett in IMAX gedreht: Warum das Format den Unterschied macht
Der eigentliche Coup steckt in der Kamera. „Die Odyssee“ ist der erste Spielfilm überhaupt, der vollständig mit IMAX-70-mm-Filmkameras gedreht wurde. Das klingt nach Technik-Kleingedrucktem, hat aber einen sehr sichtbaren Effekt: Das Bild ist riesig, gestochen scharf und füllt auf einer echten IMAX-Leinwand nahezu das gesamte Sichtfeld aus. Wer den Film in diesem Format sieht, bekommt Sturm und Meeresungeheuer mit einer Wucht serviert, die ein normaler Saal kaum hinbekommt.
Billig war das nicht. Universal Pictures und Nolans Firma Syncopy haben rund 250 Millionen Dollar in die Produktion gesteckt — eine Summe, die man sonst von Superhelden-Blockbustern kennt, nicht von einer Literaturverfilmung. Gedreht wurde an realen Schauplätzen in mehreren Ländern, was den Bildern ihre raue Echtheit gibt.
Nolan ist damit seiner Linie treu geblieben. Schon bei früheren Großprojekten setzte er lieber auf echte Kulissen und analoges Filmmaterial als auf den Computer. Fans großer Bildwelten kommen in diesem Sommer ohnehin auf ihre Kosten: Parallel laufen mit der dritten Staffel von „House of the Dragon“ und der zweiten Staffel von „Avatar: Herr der Elemente“ weitere aufwendige Erzählungen.
Kinostart, Laufzeit und Premiere im Überblick
Seine Weltpremiere feierte „Die Odyssee“ am 6. Juli 2026 in London. In Deutschland startete der Film am 16. Juli 2026, einen Tag vor dem regulären US-Start. Mit rund 172 Minuten dauert er knapp drei Stunden — Zeit, die man am besten im größtmöglichen Saal verbringt.
| Fakten zum Film | Details |
|---|---|
| Regie & Drehbuch | Christopher Nolan |
| Hauptrolle | Matt Damon (Odysseus) |
| Verleih | Universal Pictures / Syncopy |
| Budget | ca. 250 Millionen US-Dollar |
| Format | komplett IMAX 70 mm |
| Laufzeit | rund 172 Minuten |
| Weltpremiere | 6. Juli 2026, London |
| Kinostart Deutschland | 16. Juli 2026 |
Ob aus dem Stoff der nächste Nolan-Triumph wird, entscheidet sich an den Kinokassen. Reizvoll ist die Mischung allemal: ein uralter Mythos, ein Aufgebot an Weltstars und ein Bildformat, das es so vorher nicht gab. Mehr Infos gibt es auf der offiziellen Filmseite, einen Überblick zu Besetzung und Produktion liefert auch der Eintrag bei Wikipedia.