Sechs Monate nach einem schweren Sturz, der ihre Karriere bedrohte, hat Michelle Gisin geheiratet. Die zweifache Olympiasiegerin und der italienische Skirennfahrer Luca De Aliprandini gaben sich am Samstag, dem 20. Juni 2026, am Gardasee das kirchliche Ja-Wort. Es war bereits das zweite „Ja, ich will" innerhalb weniger Wochen.

Das Paar feierte die Trauung in Riva del Garda, wo die beiden auch zu Hause sind. Geladen war ein überschaubarer Kreis aus Familie, Freunden und Wegbegleitern aus dem Skizirkus. Unter den Gästen sollen laut Schweizer Medienberichten frühere und aktuelle Rennfahrer wie der Ex-Abfahrer Peter Fill, Giovanni Borsotti, Alex Vinatzer, Filip Zubčić und die Schweizerin Jasmina Suter gewesen sein.

Zweimal Ja: erst Engelberg, dann der Gardasee

Dass von einer zweiten Trauung die Rede ist, hat einen schlichten Grund. Die standesamtliche Hochzeit fand bereits einige Wochen zuvor in Gisins Heimatort Engelberg statt, im Kanton Obwalden. Die kirchliche Feier am Gardasee folgte dann am dritten Juni-Wochenende. Verlobt hatte sich das Paar im Sommer 2024, zusammen sind die beiden schon deutlich länger.

Ursprünglich war eine größere Feier geplant. Wegen Gisins langer Reha entschied sich das Paar am Ende für einen kleineren, ruhigeren Rahmen. Für die Flitterwochen ging es anschließend nach London, mit einem Abstecher nach Wimbledon zum Tennis.

Auf einen BlickDetails
Kirchliche HochzeitSamstag, 20. Juni 2026, Riva del Garda (Italien)
StandesamtEngelberg (Schweiz), einige Wochen zuvor
VerlobungSommer 2024
Michelle Gisin32, Skirennfahrerin, zweifache Olympiasiegerin (Kombination 2018 und 2022)
Luca De Aliprandini35, italienischer Riesenslalom-Spezialist, WM-Silber 2021
FlitterwochenLondon, mit Besuch in Wimbledon

Vom Sturz in St. Moritz zur Hochzeit

Dass dieser Tag überhaupt stattfinden konnte, war im Winter alles andere als sicher. Am 11. Dezember 2025 stürzte Gisin schwer beim Abfahrtstraining in St. Moritz. Die Diagnose war ernst: eine instabile Halswirbelfraktur und weitere Verletzungen, laut Berichten mit dem Risiko einer Querschnittlähmung. In diesen Tagen ging es nicht um Pokale, sondern um die Genesung.

Nach einer solchen Diagnose im Dezember bekommt eine Hochzeit im Juni eine andere Dimension.

Die Rückkehr verlief Schritt für Schritt. Erst Anfang Mai 2026 stand Gisin in Engelberg wieder auf Skiern, noch mitten in der Rehabilitation. Wenige Wochen später folgte die Hochzeit. Vor diesem Hintergrund wirkt die kleine, intime Feier weniger wie ein Verzicht und mehr wie eine bewusste Entscheidung, das Wesentliche zu feiern.

Zwölf Jahre, zwei Karrieren, ein Paar

Gisin und De Aliprandini sind seit 2014 ein Paar, kennengelernt haben sie sich im Weltcup-Tross. Beide leben den Sport, beide kennen die Härte von Verletzungen und Comebacks. De Aliprandini, geboren am 1. September 1990 in Cles im Trentino, gilt als später Aufsteiger: Sein größter Moment war das Silber im Riesenslalom bei der Heim-WM 2021 in Cortina d'Ampezzo, hinter dem Franzosen Mathieu Faivre und vor dem Österreicher Marco Schwarz. Es war ausgerechnet bei dieser WM, von der das Paar gemeinsam mit zwei Medaillen heimreiste.

Michelle Gisin stammt aus einer der bekanntesten Skifamilien der Schweiz. Ihre Schwester Dominique Gisin gewann 2014 in Sotschi Olympia-Gold in der Abfahrt, auch Bruder Marc war im Weltcup unterwegs. Michelle selbst schrieb Geschichte, als sie 2018 in Pyeongchang Gold in der Kombination holte und den Titel 2022 in Peking verteidigte. Sie ist erst die zweite Frau überhaupt, der dieser Doppelschlag in der Kombination gelang.

Prominente Sportlerpaare und ihre Feiern sind ein wiederkehrendes Thema. Wer mag, kann den Bogen zu anderen Promi-Hochzeiten schlagen, etwa zur Geheimhochzeit von Lena Meyer-Landrut und Mark Forster in Italien oder zur aufwendigen Bergzeremonie der Familie Kofler in den Dolomiten.

Was als Nächstes kommt

Sportlich bleibt offen, wie weit Gisin nach der schweren Verletzung zurückkommt. Ein Comeback im Weltcup ist erklärtes Ziel, aber niemand setzt ihr eine Frist. Im Vordergrund steht gerade ohnehin etwas anderes. Nach einem Winter, in dem es zeitweise um sehr viel mehr als Sport ging, durfte das Paar am Gardasee einfach feiern. Manchmal ist genau das die größte Schlagzeile.

Quellen: 20 Minuten, Blick, Obwaldner Zeitung, Wikipedia (Michelle Gisin), Wikipedia (Luca De Aliprandini).