Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Der Erfinder der Tigerente starb am Dienstag, 3. November 2026, im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa. 1978 gelang ihm mit „Oh, wie schön ist Panama“ der Durchbruch. Was über seinen Tod bekannt ist, woher er kam und welche Bücher bleiben.
Was über seinen Tod bekannt ist
Die Nachricht kam am Mittwochmorgen über die Deutsche Presse-Agentur: Janoschs Tübinger Verleger Bernhard Feil teilte den Tod im Auftrag der Ehefrau des Künstlers mit. Gegenüber ZDFheute bestätigte auch die Janosch film & medien AG, die die Rechte an seinem Werk verwaltet, die Meldung. Janosch starb auf Teneriffa, wo er seit über vier Jahrzehnten lebte.
Eine Todesursache wurde nicht genannt.
Janosch auf einen Blick
| Steckbrief | Angaben |
|---|---|
| Bürgerlicher Name | Horst Eckert |
| Geboren | 11. März 1931 in Hindenburg O.S. (heute Zabrze, Polen) |
| Gestorben | 3. November 2026 auf Teneriffa, mit 95 Jahren |
| Ehefrau | Ines Striewe, verheiratet seit 2013 |
| Wohnort | Teneriffa, seit Anfang der 1980er-Jahre |
| Werk | über 150 Bücher, übersetzt in rund 40 Sprachen, Gesamtauflage in Millionenhöhe |
| Bekannteste Figuren | Tiger, Bär, Tigerente, Schnuddel, Herr Wondrak |
Kindheit in Oberschlesien: Armut und Gewalt
Janoschs Kindheit war von Armut und Gewalt geprägt. Er wuchs als Sohn eines Hüttenarbeiters in Oberschlesien auf, zunächst bei den Großeltern. Der Vater trank und war gewalttätig, die Erziehung streng katholisch. Der SRF zitiert einen Satz, den er der „Süddeutschen Zeitung“ einmal sagte:
„Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person.“
1946 floh die Familie nach Niedersachsen. Der junge Horst Eckert arbeitete jahrelang in Textilfabriken, lernte an der Werkkunstschule Krefeld Musterzeichnen und ging 1953 nach München an die Akademie der Bildenden Künste. Das Studium brach er nach einigen Probesemestern wegen „mangelnder Begabung“ ab, wie es bei Wikipedia heißt.
Vom ersten Kinderbuch zur Tigerente
Ein Freund riet ihm, aus seinen Zeichnungen ein Kinderbuch zu machen. Sein Verleger Georg Lentz schlug ihm den Künstlernamen „Janosch“ vor. 1960 erschien das erste Kinderbuch, „Die Geschichte von Valek dem Pferd“. Zehn Jahre später folgte mit „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“ sein erster Roman für Erwachsene, der den Alltag in einer grauen Bergarbeitersiedlung schildert, schonungslos, aber auch wehmütig.
Der große Durchbruch kam 1978 mit „Oh, wie schön ist Panama“. Tiger und Bär brechen darin ins Land ihrer Träume auf und merken am Ende, dass ihr Häuschen am Fluss die ganze Zeit das Paradies war. ZDFheute zitiert Janosch mit dem Satz: „Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst.“ Das Buch wurde 1979 mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet.
Die bekanntesten Bücher
- Die Geschichte von Valek dem Pferd (1960), das erste Kinderbuch
- Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm (1970), sein erster Roman
- Oh, wie schön ist Panama (1978), der Durchbruch
- Post für den Tiger (1980)
- Ich mach dich gesund, sagte der Bär (1985)
- Herr-Wondrak-Bücher (ab 2017), mit seinem Alter Ego in der Hauptrolle
Mehrere Geschichten liefen 1985 und 1989 als „Janoschs Traumstunde“ in der ARD. Laut ZDFheute fanden Janoschs Figuren bald ihren Weg auf Schnuller, Socken, Brotzeitboxen und Fahrräder. Das Merchandising kurbelte wiederum den Absatz der Bücher an.
Teneriffa, Hängematte und Herr Wondrak
Anfang der 1980er-Jahre zog Janosch in ein Haus in den Bergen von Teneriffa, ursprünglich zur Erholung. Er blieb. Interviews gab er ungern. Nach seinem Lieblingsplatz gefragt, sagte er seiner Biografin laut ZDFheute nur: „Immer Hängematte.“
2010 kündigte er an, keine Bücher mehr schreiben zu wollen. Ab 2013 kommentierte dann sein Alter Ego Herr Wondrak in wöchentlichen Zeichnungen im ZEITmagazin das Zeitgeschehen. Der letzte Beitrag dort erschien laut Wikipedia im November 2019.
2013 heiratete Janosch seine langjährige Lebensgefährtin Ines Striewe. 2021 gründeten die beiden die Stiftung Canarina, die sich für den Schutz der Natur auf den Kanarischen Inseln einsetzt.
Was von Janosch bleibt
Zu den Auszeichnungen gehören neben dem Jugendbuchpreis das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1993) und der Andreas-Gryphius-Preis (1992). 2024 kauften das Bilderbuchmuseum und die Stadt Troisdorf die Sammlung seiner Bilderbuch-Originalillustrationen an. Damit liegt dort der weltweit größte Bestand an Janosch-Originalzeichnungen.
Der „Zeit“-Redakteur Tillmann Prüfer brachte Janoschs Werk auf eine einfache Formel, die dpa nun wieder zitiert: „Bei Janosch werden die zu Helden, die sonst niemand beachtet.“
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